"Hidden Champions"- Dialog in Wuppertal

Am 20. Juli fand die Online-Veranstaltung "Im Dialog mit Hidden Champions" im Rathaus Wuppertal statt.



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Hidden Champions Dialog in Wuppertal (China Rundschau)
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Liu Dianxun, Direktor der Investitionsförderungsagentur des chinesischen Handelsministeriums, Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal und Prof. Dr. Hermann Simon, Ehrenvorsitzender des Verbandes Deutscher Hidden Champions (VDHC) und Begründer der „Hidden Champions“-Theorie, nahmen an der Veranstaltung teil. Die Veranstaltung wurde moderiert von Hanno Rademacher, Projektleiter des China Competence Center (C3). Über 100 Vertreter von Unternehmen und aus der Politik nahmen ebenfalls an der Veranstaltung teil, darunter unter anderem Dr. Rolf Volmerig, Vorstand der Wirtschaftsförderung Wuppertal AöR, Liu Zhen, Vize-Oberbürgermeister der Stadt Kaifeng in der Provinz Henan, He Xuyan, Vize-Direktorin der Investitionsförderung der Stadt Jinan in der Provinz Shandong und Jiang Jianxiang, Vize-Direktor des Büros für Industrie und Informationstechnologie des Bezirkes Bao‘an der Stadt Shenzhen.


Liu Dianxun wies darauf hin, dass die Ausbreitung der Corona-Pandemie heute immer noch anhalte, was die globale Wirtschaftsentwicklung vor große Herausforderungen stelle. Der reibungslose Ablauf der globalen Liefer- und Industrieketten werde dadurch behindert, wodurch der internationale Handel und die Investitionen stark geschrumpft seien. Angesichts der Schwierigkeiten und Herausforderungen hat China aktiv reagiert und den Aufbau eines neuen Entwicklungsmusters mit einem offenen und sich gegenseitig fördernden Doppelzyklus aus Binnenwirtschaft und Außenhandel beschleunigt, wodurch die wirtschaftliche und soziale Entwicklung weiter gefördert werden konnte. Die deutsch-chinesische Zusammenarbeit konnte auch in der globalen Pandemie auf hohem Niveau weitergeführt werden. Am 5. Juli hielt der Chinas Staatspräsident Xi Jinping einen Videogipfel mit den französischen und deutschen Staats- und Regierungschefs ab und schlug vor den Konsens zu erweitern, respektvoll und in guter Absicht zusammenzuarbeiten und gemeinsam angemessen auf globale Herausforderungen zu reagieren. Auch Deutschland unterstützt den bald stattfindenden 23. EU-China-Gipfel und hofft, dass das EU-China-Investitionsabkommen so bald wie möglich genehmigt wird. China erwartet, dass Städte und Unternehmen Chinas und Deutschlands im Rahmen solch guter bilateraler Beziehungen den Austausch und die pragmatische Zusammenarbeit weiter vertiefen können. Der deutsche Mittelstand ist bekannt für seine führende Technologieforschung und -entwicklung, fortschrittliches Prozessdesign sowie feines Qualitätsmanagement und besitzt eine Vielzahl von „Hidden Champions“ mit führenden Positionen ihrer jeweiligen Branche. In Branchen wie Verarbeitung und Fertigung, Handel und Handelsdienstleistungen besitzen chinesische KMU die Vorteile kompletter Industrie- anlagen und starker Produktionsmobilisierungskapazitäten. Gleichzeitig besitzt Chinas Binnenmarkt ein enormes Potenzial und die Internetindustrie hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt, was neue historische Möglichkeiten für das Wachstum und die Entwicklung bilateraler Unternehmen bietet.


China ist Nordrhein-Westfalens größter Handelspartner


Dr. Schneidewind erwähnte, dass China 2020 zum fünften Mal in Folge Deutschlands wichtigster Handelspartner wurde und für viele deutsche Mittelständler nicht nur der wichtigste Absatzmarkt sei, sondern auch ein Ort der Anwendung neuer Technologien und Testfeld für neue Technologien. Nordrhein-Westfalen, in dem die Stadt Wuppertal liegt, stellt einen der Hotspots der deutsch-chinesischen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen dar. Das Handelsvolumen von 50 Milliarden Euro hat China zum größten Handelspartner Nordrhein-Westfalens gemacht. Auch unter den chinesischen Investitionen in Deutschland rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz 1. Derzeit haben sich in Nordrhein-Westfalen mehr als 1.000 chinesisch finanzierte Unternehmen angesiedelt, davon 60 in Wuppertal. Gleichzeitig haben auch große Wuppertaler Unternehmen eigene Geschäfte in China eröffnet.


Kooperation zwischen Wuppertal und der CIIPA


In seiner Rede erläuterte Professor Simon, wie die Hidden Champions zu Förderern der Globalisierung geworden sind. Er wies darauf hin, dass sich der Trend der Globalisierung fortsetzen werde, es aber neue Spielregeln geben werde. Dr. Jürgen Möller, CEO von Vor- werk Autotec, und Michael Ambros, Geschäftsführer der K.A. Schmersal Group, teilten die Erfahrungen aus ihren Unternehmen auf der Veranstaltung mit.

Die beiden Podiumsdiskussionen wurden von Dieter Beste, dem zweiten Vorsitzenden des Vereins Deutscher Hidden Champions, moderiert. Im Un- ternehmensdialog diskutierten Dr. Möller, Ambros, Li Hui, Geschäftsführer der Beijing Automotive Group in Europa, und Michael Eytzinger, Sales Director Key Account Management bei Dahua Technology, über internationales Management, Digitalisierung und Globalisierung. Im Städtedialog tauschten sich Dr. Schneidewind, Dr. Volmerig, Liu Zhen, He Xuyan und Jiang Jianxiang über die Rolle der Städte bei der Förderung der Entwicklung von KMU und der deutsch-chinesischen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen aus.


Zum Abschluss der Veranstaltung unterzeichneten Xu Yaojun, Direktor der China International Investment Promotion Agency (Germany), und Wuppertals Oberbürgermeister Dr. Schneidewind eine Kooperationsvereinbarung. Xu sagte, dass 2017 in Wuppertal die erste Chi- nesisch-Deutsche Automobilkonferenz erfolgreich durchgeführt wurde, die eine Plattform und erweiterte Kanäle für die Investitionskooperationen in grenzüberschreitenden Industrien geschaffen hat. Nach fast vier Jahren haben beide Seiten Ressourcen integriert, kooperiert und Arbeitsmethoden entwickelt, um den Austausch und die Zusammenarbeit in der Pandemie aktiv zu fördern, Herausforderungen zu meistern und Schwierigkeiten zu überwinden. Gerade in der aktuellen Situation mit zunehmendem Protektionismus und globalisierungsfeindlichem Denken hilft die erfolgreiche Organisation von Dialogen der Wirtschaftsgemeinschaft, Informationen auszutauschen, das Vertrauen zu stärken, Zweifel zu zerstreuen, Konsens zu schaffen und ein zukünftiges Win-Win zu erreichen. In der nächsten Phase werden beide Seiten im Rahmen des MOU die Ressourcen der Industrie in Bereichen wie Automobile, Gesundheit und kohlenstoffarme Energie in den Fokus rücken, um der Entwicklung spezifischer Kooperationsprojekte für Unternehmen zu dienen.