Clavey: Neue Wertschöpfung durch Kooperation in China
- CIIPA
- 25. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Mai
Torge C. Brandenburg, Markenbotschafter, Clavey Industrie-Service GmbH & Co. KG

"Wir sind Dienstleister im Maschinenraum der Produktion."
Welche Services erbringt Clavey für die Industrie?
Wir sind ein technischer Dienstleister – im Maschinenraum der Produktion. Wir sorgen dafür, dass verkettete Produktion funktioniert. Wir überwachen und sichern die Verfügbarkeit von Anlagen – vom Presswerk über den Karosseriebau und die Montage bis hin zur Robotik. Unsere Kunden sind OEMs und Produktionsunternehmen – nicht nur in der Automobilindustrie, sondern auch in der Logistik.
Das bedeutet, dass wir in der Instandhaltung im Wortsinn physisch in die Produktion eingreifen, wenn etwas nicht läuft und man in der Steuerung nicht unbedingt sehen kann, woran es liegt. Das ist weit mehr, als nur aus Daten einen Maschinenzustand abzulesen. Es erfordert eine genaue Kenntnis aller Prozesse, die im Werk ablaufen, sowie der Komponenten, die dabei im Einsatz sind.
Wie halten Sie Mitarbeiter mit diesem spezialisierten und begehrten Wissen in Ihrer mittelständischen Firma?
Wir arbeiten oft Schulter an Schulter mit der Instandhaltungsabteilung der OEMs und natürlich werden wir gelegentlich partnerschaftlich auf einzelne Mitarbeiter angesprochen. Das ist aber eher die Ausnahme.
Vor 40 Jahren hat das Unternehmen begonnen, Produktionsanlagen auf der technischen Seite sauber zu halten und Wissen in der Instandhaltung, Störbeseitigung und Reparatur aufzubauen. Unsere Mitarbeiter sind heute Elektriker, Elektroniker und Mechatroniker – einige können sogar in Steuerungen eingreifen. Sicherlich können wir auch mal eine Zeile Code schreiben, aber wir sind keine IT-Spezialisten. Wir sind die mit dem Öl an den Fingern geblieben.
Bis eines Tages Roboter die Anlagen selbst reparieren können, wird man uns brauchen. Und das wissen sowohl unsere Mitarbeiter als auch unsere Bewerber. Sie wissen auch, dass sie sich bei uns mit den hohen technologischen Anforderungen der Kunden weiterentwickeln können und dass wir das Wissen innerhalb der Teams weitergeben. So konnten wir in den letzten fünf Jahren ein organisches Wachstum von 450 auf heute 600 Mitarbeiter verzeichnen.
"Unsere Partner in China stärken durch die Kooperation mit uns ihre Position im westlichen Markt sehr deutlich."
Wie kam es zu einer Kooperation in China und welche Perspektiven hat diese?
Das hat mit meiner persönlichen Historie als Personalleiter für die Region Asien-Pazifik bei Volkswagen zu tun. Die internationale Expansion aus der Personalseite heraus zu kennen, hat mich um Familienunternehmen Clavey geführt.
In China haben wir uns allerdings bewusst für einen eigenen Weg entschieden: Wir wollten keine eigene Niederlassung aufbauen, sondern arbeiten mit einem Partner zusammen – Hexin Machinery in Changchun, einem Anlagenbauer, der seit über 20 Jahren erfolgreich am Markt tätig ist.
Jetzt, wo dieses Unternehmen nach Europa kommt und hier seinen Markt entwickelt, sorgen wir dafür, dass seine Anlagen in Deutschland und Europa nach der Inbetriebnahme dauerhaft störungsfrei laufen. Probeläufe und Abnahmen in China – lange bevor die gesamte Anlage nach Europa transportiert und hier aufgebaut wird – waren die erste Nahtstelle zwischen dem Anlagenbauer und uns.
Unsere Partner in China haben sehr gut verstanden, dass die Kooperation mit uns ihre Position im westlichen Markt deutlich stärkt. Sie können mit uns einen anerkannten Partner für alle Gewährleistungsthemen vorweisen. So sind wir zu unserer Rolle als Brückenbauer zwischen dem Anlagenhersteller und seinen Kunden in Europa gekommen.
Das ist somit auch etwas ganz anderes als die Kooperationen, die in Deutschland vor 20 Jahren im Fokus standen. Es geht nicht um den chinesischen Markt, sondern darum, mit einem chinesischen Partner als Kompetenzträger in unserem Heimatmarkt zu bestehen und uns international weiterzuentwickeln.
Denn so erweitern auch wir unsere Wertschöpfung über die reine Instandhaltung hinaus und bringen uns bereits bei Ausschreibungen und der Produktionsplanung ein. Der gemeinsame Auftritt im internationalen Markt ist für beide Partner ein ganz anderer. Deshalb wollen wir diese Kooperation auch in einem gemeinsamen Joint Venture festigen.
Interview geführt von Hans Gäng, local global GmbH
Weitere Interviews aus dem CIIPA-Jahresbericht 2024/2025 finden Sie hier: https://www.ciipa.de/ciipa-jahresreport-2024-2025
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