6. Deutsch-Chinesischer Automobilkongress in Berlin

Der sechste deutsch-chinesische Automobilkongress fand dieses Jahr am 20. und 21. September in Berlin statt. Unter dem Motto "Kohlenstoffneutralität und grüne Zukunft" versammelten sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Automobilindustrie aus China und Deutschland, um Makrotrends und Kooperationsmöglichkeiten von gemeinsamem Interesse zu diskutieren.

Teilnehmer dieses Jahr waren unter anderem der chinesische Botschafter in Deutschland, Wu Ken, der Generaldirektor der Behörde zur Investitionsförderung des chinesischen Handelsministeriums, Liu Dianxun, der Gesandte für Wirtschafts- und Handelsangelegenheiten der chinesischen Botschaft in Deutschland, Zhai Qian, die Botschaftsrätin Qiu Yuanling, der Chefingenieur und stellvertretender Generalsekretär des chinesischen Verbands der Automobilhersteller, Ye Shengji, der Chefexperte und Generalsekretär des China Electric Vehicle Council 100, Zhang Yongwei, der Staatssekretär für Wirtschaft der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin, Michael Biel, der ehemaliger Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Dr. Hans-Peter Friedrich, der Präsident des Bundesverbandes für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft, Michael Schumann sowie Prof. Dr. Ferdinand Dudenhofer, einer der führenden deutschen Automobilexperten und Direktor des CAR Center Automotive Research. Insgesamt nahmen in Präsenz und online mehr als 500 Personen an dem 6. Deutsch-Chinesischen Automobilkongress teil. Mehr als 130.000 Zuschauer verfolgten die Veranstaltung zudem online aus China.

WU Ken, Chinesischer Botschafter in Deutschland

In seiner Rede sagte Botschafter Wu, dass in den vergangenen 50 Jahren seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen China und Deutschland die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern den Wandel der Zeit und die internationalen Veränderungen überstanden hat und die Unterschiede in den Sozialsystemen und den Entwicklungsniveaus überwunden wurden. Zudem haben jedoch geopolitische Konflikte, der Trend zur Antiglobalisierung und die Epidemie dazu geführt, dass die aktuellen deutsch-chinesischen Beziehungen mit vielen Herausforderungen konfrontiert sind. Er äußerte sich besorgt über diese Entwicklung und wies darauf hin, dass zur Zusammenarbeit zwei oder mehr Parteien gehören und der Sinn von Zusammenarbeit darin besteht, das zu bekommen, was man braucht, voneinander zu profitieren und einen gemeinsamen Erfolg zu erzielen. Angesichts des Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen und angesichts der gemeinsamen Aufgabe des wirtschaftlichen Aufschwungs nach der Pandemie und der gemeinsamen Vision, Kohlenstoffneutralität zu erreichen, ist es für China und Deutschland umso wichtiger, den Grundgedanken der Zusammenarbeit auf der Grundlage gemeinsamer Interessen zu begreifen. Er lobte die wachsenden chinesischen Automobilunternehmen für die Vertiefung ihrer Zusammenarbeit mit Deutschland, die einen Beitrag zur kohlenstoffarmen und digitalen Transformation der deutschen Automobilindustrie leisten und das hiesige Automobil-Ökosystem bereichern. Abschließend äußerte Herr Wu die Hoffnung, dass China und Deutschland gemeinsam auf die nächsten 50 Jahre blicken, die Chancen der Zeit nutzen, auf den vorhandenen Wurzeln aufbauen, einen Konsens über die Entwicklung erzielen, die Kommunikation und den Dialog vertiefen und gemeinsam an einer glänzenden Zukunft für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit in der Automobilindustrie arbeiten sollten.


Liu Dianxun, Generaldirektor des Büros für Investitionsförderung des Handelsministeriums, nahm per Videoschalte aus Peking an der Konferenz teil. In seiner Rede gab er einen Überblick über die hervorragenden Ergebnisse, die in den Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und Deutschland seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen erzielt wurden, und wies darauf hin, dass die Investitionskooperation zwischen China und Deutschland in der Automobilindustrie eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit mit einer Win-Win-Situation für beide Seiten darstellt. Er sagte, dass China und Deutschland im nächsten Monat den 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen feiern werden. Wenn man auf das halbe Jahrhundert deutsch-chinesischer Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zurückblickt, ist Deutschland das EU-Land mit dem größten Investitionsvolumen und der größten Anzahl von Projekten in China, mit mehr als 5.000 deutschen Unternehmen, die sich in China entwickeln. Seit 2010 ist Deutschland auch zunehmend zu einem beliebten Ziel für chinesische Unternehmen geworden, die in Europa investieren, mit mehr als 2.000 Unternehmen, die derzeit in Deutschland investieren, und die Investitionszusammenarbeit hat sich von einer Einbahnstraße zu einer Zweibahnstraße entwickelt.

Liu Dianxun sagte, die Automobilindustrie sei ein wichtiger Bereich der deutsch-chinesischen Wirtschaftskooperation. In den vergangenen 40 Jahren hat die deutsch-chinesische Automobilindustrie komplementäre Vorteile in den Bereichen Technologie, Markt, Talente, Management, Lieferkette und Innovationskette erzielt, und das Niveau der Investitionszusammenarbeit wurde kontinuierlich verbessert. Deutsche Automobilunternehmen sind auf dem chinesischen Markt sehr erfolgreich: Deutsche Automobilunternehmen wie BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen erzielen in China, das sich zu ihrem größten Einzelabsatzmarkt entwickelt hat, mehr als 30 Prozent ihres weltweiten Absatzes. Er wies zudem darauf hin, dass das Büro für Investitionsförderung des Handelsministeriums sich ebenfalls für die Förderung von Investitionen und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen in China und Deutschland einsetzt und eine professionelle Plattform eingerichtet hat, um praktische Dienstleistungen für den Austausch und die Kontaktaufnahme zwischen den Parteien anzubieten.

LIU Dianxun, Director-General der Investment Promotion Agency of Ministry of Commerce, P. R. China

Michael Biel, Staatssekretär für Wirtschaft der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin, führte in seiner Rede aus, dass die Entwicklung neuer Formen des mobilen Verkehrs eine neue Richtung für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit darstelle und dass der Klimawandel für beide Länder ein dringendes Thema sei. Die deutsche und die chinesische Automobilindustrie ergänzen sich in den Bereichen Innovation und Forschung, Ausbildung von Talenten und Marktnachfrage hervorragend. Er hoffte, dass China und Deutschland geeignete Lösungen für neue Herausforderungen finden und den Wandel der Automobilindustrie weiter vorantreiben werden, um ein besseres Leben für die Menschen zu gewährleisten.

Michael Biel, Staatssekretär für Wirtschaft der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin
Dr. Hans-Peter Friedrich, Mitglied des Bundestags, Vorsitzender der Deutsch-Chinesischen-Parlamentariergruppe, Ehemaliger Vizepräsident des Bundestags und Bundesminister a. D.

Hans-Peter Friedrich, ehemaliger Vizepräsident des Deutschen Bundestages sagte in seiner Rede, dass sich China und Deutschland im Kontext der Globalisierung seit 50 Jahren um gegenseitiges Verständnis und eine gute Partnerschaft bemühen. Dies hat beiden Ländern zahllose Möglichkeiten und Chancen eröffnet und zu mehr Wertschöpfung und Gewinn geführt. Er teilt die Ansicht, dass Klimawandel und Umweltschutz heute wichtige Themen für die Automobilindustrie sind. Die Transformationsanforderungen für intelligente, automatisierte und elektrifizierte Fahrzeuge bieten neue Möglichkeiten für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit. China und Deutschland müssen sich aktiv an einem Dialog beteiligen, um die Klüfte zu überbrücken und ein gemeinsames Verständnis in Klimafragen zu erreichen und gemeinsam eine "grüne" Welt zu schaffen.

Rudolf Scharping, Bundesminister und Ministerpräsidenten a. D., Vorstand von RSBK
QIU Yuanling, Botschaftsrätin in der Wirtschafts- und Handelsabteilung der chinesischen Botschaft in Deutschland

In unterschiedlichen Keynotes und Podiumsdiskussionen sprachen Zhang Yongwei, Chefexperte und Generalsekretär des China Electric Vehicle Council of 100, Ye Shengji, Chefingenieur und stellvertretender Generalsekretär der China Association of Automobile Manufacturers, Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, renommierter deutscher Automobilökonom und Direktor des Center for Automotive Research, Wu Yanyan, Vizepräsident der BMW Group, Wang Jining, Leiter der European Business Unit von Riplan Jun, Wang Jining, Head of Energy Europe, Fabian Klose, Senior Vice President bei T-Systems, Dr. Alexander Klose, Executive Vice President von Aiways, Meng Xiangjun, President von Great Wall Motor Europe, Ma Youbin, CEO von Nobo Europe, und You Jiaxi, Product Impact Director von Xiaopeng Automotive. Sie stimmten mit der Richtung der Transformation der Automobilindustrie in Richtung Elektrifizierung, Intelligenz und nachhaltige Entwicklung überein und zeigten sich weiterhin optimistisch, die Entwicklungsregeln der Branche zu befolgen, grüne und umweltfreundliche Unternehmen aufzubauen und die deutsch-chinesische Zusammenarbeit gemeinsam zu fördern.


Die thematischen Dialoge konzentrierten sich auf die Themen "Globale Markt- und Wettbewerbsstruktur in der Ära der neuen Energiefahrzeuge", "Deutsch-chinesische Zusammenarbeit und Synergien in der grünen Lieferkette" und "Entwicklung und Innovationskooperation von Automobilunternehmen in Deutschland". "In den Hauptvorträgen werden Strategien für Investitionskommunikation, Strukturoptimierung, Win-Win-Kooperationen und innovative Forschung und Entwicklung diskutiert.


Darüber hinaus bot das Hauptforum eine Ausstellung zur Automotivebranche und Mobilitätstechnologie, in der neue Elektrofahrzeuge chinesischer und deutscher Automobilhersteller wie Great Wall, MG, Aiways, Xiaopeng, NIO, Opel, Volkswagen, Audi und Porsche vorgestellt wurden. Mehr als 20 Stände wurden auf der Veranstaltung eingerichtet, um die industrielle Entwicklung von Städten wie Wenzhou und Jiaxing sowie die Produkte repräsentativer Autoteilehersteller wie Repto Battero und Nobo vorzustellen. So konnten die Gäste die verschiedenen Marken von Elektrofahrzeugen hautnah erleben und den Unternehmen eine Plattform für die direkte Kommunikation bieten.

Die Hauptveranstaltung des Forums umfasste auch die Einweihung der Berliner Repräsentanz der China International Investment Promotion Agency (Deutschland) und die symbolische Übergabe der Kongressflagge der Deutsch-Chinesischen Automobilkongresses von Deutschland nach China, wo der Kongress im Jahr 2023 stattfinden wird.

Die diesjährige Deutsch-Chinesische Automobilkonferenz wurde vom Investitionsförderungsbüro des chinesischen Handelsministeriums, der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin organisiert und Automotive Berlin-Brandenburg organisiert und von den Clustern der Automobilindustrie in ganz Deutschland, dem Zhejiang Tsinghua Yangtze River Delta Research Institute, der Deutschen Chinesischen Handelskammer in Deutschland und der European Times unterstützt. Am zweiten Tag der Veranstaltung wurde zwei Unterforen für die Auto- und Motorradindustrie der Stadt Wenzhou und für die Wasserstoffindustrie der Stadt Jiaxing ausgerichtet.

Gruppenfoto des Botschafters der VR China, WU Ken, mit den Gästen des Kongresses