Chinesisch-europäischer Unternehmensdialog zu ESG und Fachveranstaltung zur Investitionskooperation zwischen chinesischen Provinzen und deutschen Bundesländern in Xiamen
Am 9. September fand im Rahmen der 26. China International Fair for Investment and Trade (CIFIT) in Xiamen der chinesisch-europäische Unternehmensdialog zu ESG sowie eine Fachveranstaltung zur Investitionskooperation zwischen chinesischen Provinzen und deutschen Bundesländern statt. Im Mittelpunkt standen neue Investitionschancen in der Zusammenarbeit zwischen chinesischen Provinzen und deutschen Bundesländern sowie die Rolle von ESG als Impulsgeber für die nachhaltige Entwicklung in China und Europa. Zugleich wurden weitere Potenziale für eine beiderseitige, praxisorientierte Zusammenarbeit ausgelotet. Ling Ji, stellvertretender Handelsminister und stellvertretender Beauftragter Chinas für internationale Handelsverhandlungen, sowie Wang Jinfu, stellvertretender Gouverneur der Provinz Fujian, nahmen an der Veranstaltung teil.

In seiner Ansprache erklärte Vizeminister Ling Ji, die Wirtschafts- und Handelszusammenarbeit zwischen China und Europa habe ein außerordentlich großes Volumen erreicht. Im vergangenen Jahr habe der Warenhandel zwischen China und der Europäischen Union 820 Milliarden US-Dollar überschritten; das Volumen der gegenseitigen Investitionen habe bei mehr als 290 Milliarden US-Dollar gelegen. Unabhängig davon, ob es sich um den Dialog zwischen den Regierungen, den Austausch zwischen chinesischen Provinzen und deutschen Bundesländern oder die Ausrichtung chinesisch-europäischer ESG-Konferenzen handele, bestehe die zentrale Aufgabe darin, „Wege zu ebnen und Brücken zu bauen“: Austausch fördere gegenseitiges Verständnis, und gegenseitiges Verständnis schaffe die Grundlage für Zusammenarbeit.
Dank seines umfassenden Industriesystems und seiner leistungsfähigen, schnell reagierenden Lieferketten werde China auch künftig ein verlässlicher Kooperationspartner für deutsche und europäische Unternehmen sein. Ling Ji rief beide Seiten dazu auf, ESG als Ausgangspunkt der Zusammenarbeit zu nutzen, ihre komplementären Stärken zur Geltung zu bringen, die Kooperation in Zukunftsbranchen zu vertiefen und die grüne sowie intelligente Transformation der Industrie- und Wertschöpfungsketten voranzutreiben. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass deutsche Landesregierungen und Wirtschaftsvertreter das Verhältnis von Wettbewerb und Kooperation zwischen China und Deutschland sachlich betrachteten, gemeinsam zur Stabilität der Beziehungen zwischen China und der Europäischen Union beitrügen und verlässliche Rahmenbedingungen sowie Planungssicherheit für Unternehmen schüfen.
Der chinesische Generalkonsul in Frankfurt am Main, Huang Yiyang, erklärte in einer Videobotschaft, die grüne Entwicklung bilde einen wichtigen Konsens zwischen China und Europa und zugleich einen Schwerpunkt der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit. ESG gewinne für die chinesisch-europäische Kooperation zunehmend an Bedeutung und eröffne neue Plattformen für die Zusammenarbeit zwischen Regionen und Unternehmen beider Länder.
Dr. Walter Döring, Gründer und Geschäftsführer der Akademie Deutscher Weltmarktführer, betonte, China und Deutschland verfügten im Bereich der nachhaltigen Entwicklung über zahlreiche gemeinsame Interessen und Anknüpfungspunkte. In den deutschen Bundesländern seien viele Hidden Champions ansässig, während die chinesischen Provinzen und Städte über eine solide industrielle Basis verfügten. Eine engere Zusammenarbeit auf der Ebene von Provinzen und Bundesländern könne daher die Verzahnung von Technologie, Kapital und konkreten industriellen Anwendungsmöglichkeiten maßgeblich fördern.
Im Rahmen der Themenpräsentation „Neue Chancen für die Investitionskooperation zwischen chinesischen Provinzen und deutschen Bundesländern“ stellten Vertreter aus Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und der Region Frankfurt RheinMain sowie aus den chinesischen Provinzen Fujian und Hunan und der Stadt Shenzhen ihre jeweiligen Standort- und Branchenvorteile in den Bereichen grüne Technologien, Transformation der Fertigungsindustrie und künstliche Intelligenz vor. Zugleich luden sie die anwesenden Unternehmen und Institutionen zu einer vertieften Zusammenarbeit ein.
Im anschließenden Austausch zum Thema „ESG als Impulsgeber für eine nachhaltige chinesisch-europäische Zusammenarbeit“ berichteten Vertreterinnen und Vertreter von Henkel, der Verkehrs- und Betriebsmanagementgruppe Nanjing, der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), des Suzhou Industrial Park, von HiTHIUM sowie von Boehringer Ingelheim über ihre praktischen Erfahrungen bei der Umsetzung von ESG-Grundsätzen. Dabei vertieften die Beteiligten ihr gemeinsames Verständnis einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung.
Mehr als 200 Vertreterinnen und Vertreter von Provinzen und Bundesländern, Industrie- und Entwicklungszonen, Unternehmen sowie Branchenverbänden aus China und dem Ausland nahmen an der Veranstaltung teil. Im Anschluss führten die Beteiligten konkrete Gespräche über mögliche Kooperationsvorhaben.

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