Mit Zuversicht ins Jahr 2021 - Jahresend-Konferenz der CIIPA

Trotz Corona neue Perspektiven für die Kooperation


Für das weite Netzwerk, das die Investitionsagentur CIIPA in Deutschland aufgebaut hat, ist der feierliche Jahresempfang in Frankfurt ein Höhepunkt - der immer auch neue Kontakte und die Vorausschau auf das neue Kalenderjahr ermöglichte. 2020 war durch Corona alles anders: Was sich durch diese Herausforderung in den deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen verändert hat, das war das Thema einer Online-Veranstaltung am 17.12.2020. An den Panels dieser Veranstaltung wirkten zahlreiche Teilnehmer mit, die in den letzten Jahren in ihren Unternehmensnetzwerken starke Impulse für eine Vertiefung von Kooperationen gegeben haben.



Weidong Wang, Gesandter an der Botschaft der Volksrepublik China in Deutschland, verwies in seiner Eröffnungsrede auf die Ankerfunktion, die der Außenhandel mit China für die Volkswirtschaft Deutschlands im Lauf des Krisenjahres gewonnen habe. Dass trotz des weltweiten Rückgangs an Direktinvestitionen große deutsche Unternehmen massiv in Fertigung, aber auch Forschung und Entwicklung in China investiert haben, konnten die Vertreter der CIPA aus der Hauptstadt berichten.

Der Vizegeneraldirektor der Investitionsförderungsbehörde des chinesischen Handelsministeriums, Herr Yong Li, wies in seinem Grußwort darauf hin, dass deutsche und chinesische Unternehmen auch in Zeiten der Pandemie weiterhin intensiv miteinander kooperieren. Zudem betonte er, dass die chinesische Wirtschaft sich auch im Corona-Jahr resilient zeigte und stabilisiert hat. Für internationale Unternehmen bestehen somit auch weiterhin gute Möglichkeiten für Investitionen in China.



Wie eng trotz Corona die Liefer- und Wertschöpfungsketten in der Fertigung miteinander verknüpft sind, wie neue Win-Win-Situationen zwischen Unternehmen auch 2020 wechselseitig Wachstumspotenzial über die Grenzen hinweg geschaffen hat, das machten auch die Vertreter der Industrie in ihren Beiträgen deutlich. Chen Bao, CEO der BAIC-Tochter BHAP -einem der größten Zulieferunternehmen der Welt -, forderte in diesem Kontext eine rasche Realisierung des Investitionsschutzabkommenens zwischen der EU und China. “Globalisierung ist die Zukunft”, beschrieb Chen Bao seine Perspektive auf das neue Jahr, in dem neue Investitionen in eine stärkere Präsenz nahe der europäischen Werke der OEMs möglich seien.


Autoexperte Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer sprach sich vehement dagegen aus, die neuen Zulieferbeziehungen etwa in der Batterieprodution als Abhängigkeit wahrzunehmen. Wang Guangcho, stellvetretender Generaldirektor bei Skyworth und Wang Yuanli berichteten ebenfalls über die Intensivierung der Zusammenarbeit an den unterschiedlichen Standorten und auch das Zusammenwachsen der Mitarbeiter über die Grenzen hinweg. “Vertrauen ist die Basis, die auch über die hohen Wellen eines schwierigen Jahres trägt,” sagte Fritjof Nelting, CEO der Gezeiten Haus Gruppe, die Kooperationen im Kliniken auch 2020 vorangetrieben hat. Das Vertrauen und die Selbständigkeit der lokalen Teams zu stärken, bezeichnete Professor Dr. Waldemar Pelz als eine der wichtigsten Lektionen des Corona-Jahrs.

“Globalisierung ist für Unternehmen wie die Luft zum Atmen”

Duan Wei, Chef der Chinesischen Handelskammer in Deutschland und Dieter Beste vom Verband der Deutschen Hideen Champions e.V. berichteten von Anstrengungen der Mitglieder, sich über eine verstärkte Internationalisierung neuen Handlungsspielraum zu erschließen. “Globalisierung ist für Unternehmen wie die Luft zum Atmen” fasste die Moderatorin Jiyang Li von CIIPA die Diskussion zusammen.



Dadurch entstehen aber für die Netzwerke wichtige Aufgaben bei der Motivation und Vorbereitung der Unternehmen für effiziente und nachhaltige Kooperationen: Bei der Positionierung in neuen Wertschöpfungsketten brauchen KMU Unterstützung. Hannes Schleeh, CEO beim Ingolstädter China Zentrum Bayern und Michael Bose von Becan, der Zulieferplattform in Berlin-Brandenburg, beschrieben, wie sie an diese Aufgabenstellung herangehen. Beide hegten die Hoffnung, dass sehr bald wieder persönliche Kontakte und Besuche vor Ort möglich sind. Hannes Schleeh berichtete, das gerade mittlere und junge Unternehmen erst nach einem Besuch in China das Potenzial dort richtig ermessen können.


Umgekehrt benötigen auch chinesische Unternehmen bei Markteintritt in Deutschland Unterstützung. Diese liefert die GTAI in Kooperation mit CIIPA und im Verbund mit den Wirtschaftsförderern der Bundesländer. Dennis Wilkens, Direktor China der GTAI, unterstrich, dass eine Präsenz in Deutschland eine europäische Expansion in “alle Himmelsrichtungen” ermögliche.



CIIPA-Direktor Yaojun Xu stellte in seinem Jahresbericht in Zahlen dar, wie sich sein Frankfurter Team 2020 auf zahlreichen Plattformen für die Aufrechterhaltung und sogar Erweiterung der Unternehmenskooperationen eingesetzt hat: Von der industriellen Partnerschaft über die drei Industrieplattformen Automobil, Smart Manufacturing und Gesundheitswirtschaft zu Webinaren und Matchings für Start-ups und Hidden Champions - dieses immense Arbeitsprogramm will die CIIPA auch im neuen Jahr mit neuem Schwung und neuen Ideen angehen betonte Yaojun Xu in seinem sehr persönlichen Schlusswort. Michael Borchmann, langjähriger CIIPA-Partner, bestärkte ihn und die CIIPA in seinem Beitrag, auch künftig ihre Rolle als “Brückenkopf” und Netzwerkknoten in Deutschland wahrzunehmen.


Hinweis: Der Jahresbericht CIIPA 2020/2021 “Herausforderungen gemeinsam meistern”, der im Januar erscheinen wird, beleuctet in Zahlen und zahlreichen Interviews mit Unternehmen und Netzwerken die Entwicklung der deutsch-chinesischen Wirtschaftskooperation. .